Es ist schon ein ordentliches Jubiläum, das hier am Samstag, den 11. April 2026, in der Gaststätte Griebner stattfand. Zum 20. Mal trafen sich hier Einwohner und ehemalige Einwohner Klingmühls sowie einige ehemalige Einwohner Bergheides.
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| Foto 1: Klingmühlertreffen mit Auftritt des gemischten Chors Sangesgruppe „Frohsinn“ in Klingmühl 2026. |
Langsam füllt sich der Saal der Gaststätte Griebner. Neben der Tür steht Kaffeegeschirr bereit. Die Tische im Saal sind eingedeckt. Nebenan im Vereinsraum der Gaststätte Griebner stimmt sich der gemischte Klingmühler Chor Sangesgruppe „Frohsinn“ ein.
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| Foto 2: Einstimmung der Mitglieder des Chors unter der Leitung von Maik Dietrich. |
Es ist ein fester Bestandteil der lokalen Tradition Klingmühls und wird regelmäßig organisiert. Diese Treffen dienen als Zusammenkunft ehemaliger und gegenwärtiger Einwohner des Ortes Klingmühl. Bemerkenswert ist, dass auch ehemalige Einwohner des zerstörten Ortes Bergheide (Niederlausitz, niedersorbisch Gohra) an diesem Treffen teilnehmen, was die Verbundenheit und den Zusammenhalt der Menschen aus der Region unterstreicht. Seit Beginn war die Gaststätte Griebner der zentrale Treffpunkt – so auch im Jahr 2026.
Um 15:15 Uhr ist es so weit: Max Griebner und Maik Dietrich eröffnen das 20. Klingmühlertreffen.
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| Foto 3: Begrüßung durch Max Griebner und Chorleiter Maik Dietrich. |
Max Griebner, bekannt für nicht viele all zu viele Worte, geht kurz auf das Juiläum ein und wünscht allen einen angenehmen Nachmittag. Zwar hat es bereits vor einigen Jahren bei der Organisation des Treffens einen Generationswechsel geben, doch sein Sein Sohn Bert Griebner lässt sich aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen.
Auch bei der Sangesgruppe „Frohsinn“ hat es einen Generationswechsel gegeben, erklärt Maik Dietrich den Anwesenden. Dank der Aktivitäten von Bert Griebner hat sich nicht nur die Besetzung verjüngt, auch die langjährige Leiterin Dagmar Koalick hat den Vorsitz an Maik Dietrich weiter gegeben. Wer mehr über den Chor und seine lange Geschichte wissen möchte, hier ein Link: Sangesgruppe Frohsinn
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| Foto 4: Maik Dietrich stellte das Liederprogramm vor. |
Anschließend stimmt der Chor die über 35 Teilnehmer mit fünf Liedern auf das Treffen ein.
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| Foto 5: Mit der eigenen „Chorhymne“ geht es los. |
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| Foto 6: An den Tischen interessierte Zuhörer. |
Wie alles entstand?
Vor über 20 Jahren wurde hier in der Gaststätte Klingmühl eine Idee geboren: Warum nicht einmal die Einwohner, die von der Devastierung Klingmühls betroffen waren, zusammen mit Rückkehrern und Neu-Klingmühlern zusammenbringen? Zum Hintergrund: Mit der Erweiterung des Tagebaus Klettwitz Nord (Lichterfeld) in der DDR war das Schicksal des Ortes Klingmühl besiegelt. Ab 1983 mussten die Einwohner ihren gut 800 Jahre alten Ort verlassen. Es wurden Häuser abgerissen. Mit der Wende 1989 und der veränderten Energiepolitik ab 1990 bot sich die Gelegenheit, Klingmühl vor dem Untergang zu retten – und es gelang. Doch wie sollte es danach weitergehen? Viele Häuser waren leer und verfallen. Einige Einwohner kehrten zurück, und es gab auch Neu-Klingmühler. Doch es fehlte ein verbindender Faktor, das Zusammengehörigkeitsgefühl. So entstand die Idee. Als Zeitpunkt einigte man sich auf „Kleine Ostern“. Nach dem ersten Treffen 2006 stand schnell fest: Das machen wir weiter. So entstand eine neue Tradition im Dorf.
Wer mehr zur Geschichte des Ortes wissen möchte, findet bei Wikipedia unter Klingmühl weitere Informationen.Nachdem der Chor seinen Auftritt unter ordentlichem Applaus beendet hatte, ging es nahtlos zum leckeren und gemütlichen Teil über. Traditionell bäckt die Gaststätte den Kuchen selbst.
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| Foto 6: Die Kuchenservierer. |
Kurz darauf leben die Gespräche auf.
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| Foto 7: Klingmühler beim Kaffeeplausch. |
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| Foto 8: Rege Gespräche auch an den Tischen am Fenster. |
An einem der Tische ist auch der Finsterwalder Heimatkalender zu Gast.
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| Foto 9: Manfred Rothe, Vorsitzender des Vereins um den Finsterwalder Heimatkalender, im Gespräch mit Chormitglied Edda Schiffner. |
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| Foto 10: Männerrunde am Fenster. |
Ganz sorglos ist das Jubiläum jedoch nicht, wie Max Griebner erläuterte. Mit fortschreitendem Alter der Teilnehmer schrumpft auch die Anzahl derjenigen, die kommen können.
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| Foto 11: Max Griebner im Gespräch. |
Es geht also nicht ohne Werbung für eine jüngere Generation. Mit diesen Worten drückte er dem Fotografen einen Flyer fürs kommende Jahr in die Hand.
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| Foto 12: Einladung für den 03. April 2027. |
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Autor: V. Kock
Fotos: V. Kock